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Erfolge auf Lancia

1978 fuhr Walter Röhrl auf Lancia Stratos bei der Deutschen Meisterschaft. Beim ersten Lauf (der Sachs-Winter-Rallye) fiel er zwar - 7 Minuten in Führung liegend - mit Vorderachs-Schaden aus, dafür gewann er souverän die Saarland-, Hunsrück-, Rheinhessen- und Vorderpfalz-Rallye.

mit Lancia Stratos bei Sachs-Winter-Rallye

1979 bot Fiat Röhrl an, den neu entwickelten Lancia Monte Carlo Turbo (Gruppe 5) bei verschiedenen WM-Läufen zusammen mit Ricardo Patrese zu fahren.
Bei den ersten Tests in Silverstone war Patrese 2 Sekunden schneller, auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano nur noch 1/10, auf dem Nürburgring war Röhrl genau so schnell wie Patrese...
Auf Anhieb gewann er sein Debüt-Rennen in Brands Hatch.

im Lancia Beta Montecarlo auf der Nordschleife (Foto: Ferdi Kräling)

1983, im nach seinen Aussagen "schönsten Motorsportjahr" seines Lebens, kehrte Röhrl zu Lancia zurück und wurde dort vom Team (Cesare Fiorio, Giorgio Pianta, Markku Alen...) mit Freuden wieder aufgenommen. Er brauchte nur Rallyes zu fahren, die er sich selber aussuchen konnte.
Lancia hatte kurz zuvor den "037 rally" (310 PS; 0-100 km/h: 4 sec.) entwickelt - ein Heckantriebsauto mit Mittelmotor und Kompressor, das unglaubliche Kurvengeschwindigkeiten zuließ, aber im Grenzbereich (vor allem auf Schnee und Aquaplaning) unheimlich sensibel reagierte und dann höchste Fahrkunst erforderte. Röhrl bezeichnet es als "das schönste Auto, das ich je fuhr". Mit ihm hoffte man, mit den Quattros konkurrieren zu können.

in Portugal auf dem Lancia 037 rally (Foto: Ferdi Kräling)

Und wirklich trumpfte Röhrl gleich auf: mit einem Sieg bei der Monte (seinem dritten!) - ganze 7 Minuten vor Mikkola!
In Portugal war er chancenlos gegen Mikkola und Mouton - immerhin Dritter.
Bei der Korsika-Rallye fuhr er 11 Bestzeiten in 28 Prüfungen. Trotz 2 Reifenpannen und interner Stallorder pro Markku Alén wurde er Zweiter. (Korsika sollte die Rallye bleiben, die er nie gewinnen konnte...)
Bei der Akropolis-Rallye erwartete er sich nichts - und gewann trotzdem (freilich auch begünstigt durch einen Ölleitungsriss an Mikkolas Quattro).
In Neuseeland (einer seiner Lieblings-Rallyes) ging Röhrl am Ende in Führung und siegte vor Markku Alén. Jetzt hätte er noch Weltmeister werden können. Aber er erklärte definitiv, dass er nur noch San Remo fahren wolle.
Bei der San Remo Rallye wurde er Zweiter - mit 33 Bestzeiten, nach einer Panne, die 9 Minuten kostete, und 3 Minuten Strafzeit.
Zweimal hatte Cesare Fiorio seine Hand im Spiel gehabt, da er Markku Alén siegen sehen wollte: auf Korsika (wo Röhrl per Hubschrauber "hergebremst" wurde) und bei der Strafzeit in San Remo, die er durchgesetzt hatte.
Trotzdem: eine Rallye noch - und Röhrl wäre ziemlich sicher zum dritten Mal Weltmeister gewesen!
Heute bedauert er es zwar etwas, dass er nicht weiter gefahren ist, aber er sagt: "Ich war glücklich, so wie es damals war. Es war ein schönes, leichtes Jahr..."