Impressum/Kontakt Haftungsausschluss Autogramme

Erfolge auf Opel

1973 kam Röhrl das erste Mal zu Opel, genauer zu Irmscher. Die ersten Rallyes bei Opel-Irmscher musste er (ab jetzt mit neuem Beifahrer: Jochen Berger) auf einem Gruppe-2-Commodore bestreiten; es kam immer wieder zu Ausfällen, vor allem wegen Problemen mit der Kraftübertragung.
Erst nach der Entwicklung eines Querstrom-Motors für den Ascona ging es wieder aufwärts.
1973 gewann er noch die Tschechoslowakei-Rallye, die Donau-Rallye, die Rallye München-Wien-Budapest und wurde Zweiter bei der Semperit-Rallye - alles EM-Läufe! Wäre der letzte EM-Lauf in Österreich nicht wegen der Energiekrise abgesagt worden, hätte Röhrl wohl auch dieses Mal Sandro Munari auf Lancia geschlagen und wäre schon 1973 Europameister geworden...
1973 gründete Opel noch das "Euro-Händler-Team" und steuerte zielstrebig die Europameisterschaft an.
Röhrl gewann 6 von 8 EM-Läufen und wurde Europameister mit der höchstmöglichen Punktzahl - gegen Fahrer wie Munari, Pinto etc. mit weit überlegenen Autos.

im Opel Kadett GT/E (Foto: Ferdi Kräling)

Die kommenden drei Jahre - erst auf Ascona, dann auf Kadett GT/E hätten Röhrls Selbstvertrauen fast zerstört: Immer wieder kam es zu Ausfällen (meist Motor, aber auch Elektrik, Aufhängung, Kraftübertragung...). Röhrl erhielt zu unrecht den Ruf des ewigen Pechvogels und Materialmörders... Zudem waren die Teams von Lancia, Fiat, Renault und Ford kaum zu schlagen.
Trotzdem gewann Röhrl 1975 die Akropolis-Rallye (sein erster WM-Sieg!) und 1976 die 24 Stunden von Ypern (EM).
1977 war der absolute Tiefpunkt: 5 WM-Starts - 5 Ausfälle!
Wen wundert es, dass er sich nach einem anderen Auto umsah. Toyota, Ford und Fiat wollten ihn haben. Nachdem er den Fiat 131 Abarth in San Martino di Castrozza (EM) und beim WM-Lauf in Kanada hatte fahren dürfen, machte Fiat das Rennen.
Röhrl kam 1982 zu Opel zurück, da ihm die Audis noch nicht zuverlässig genug zu sein schienen und Opel ihm ein randvolles Programm bot. Es wurde ein Jahr des Kampfes gegen die technisch überlegenen Quattros.
Auf Opel Ascona 400 (270 PS, 0-100 km/h: 6,5 sec.) holte er sich seinen zweiten Monte-Sieg - nach einer Wahnsinnsfahrt über den berüchtigten Col de Turini. Bei der Schweden-Rallye wurde er durch Ausfall von Hannu Mikkola und Michèle Mouton Dritter. Selbst bei der ihm verhassten Safari-Rallye wurde er Zweiter, obwohl er in eine Schlammfalle gelockt wurde, die ihm eine Stunde kostete. Auf der Akropolis-Rallye konnte ihn nur Michèle Mouton bezwingen, deren Quattro auf Schotter absolut überlegen war. In Neuseeland fuhr er zwar phantastisch, aber die (wohl regelwidrig präparierten) Toyota ließen ihm "nur" den dritten Platz.
In Brasilen wehrte er sich unter insgesamt chaotischen, aber den Allrad-Antrieb begünstigenden Bedingungnen mit allen Kräften gegen Michèle Mouton. In Führung liegend, riss er ein Vorderrad ab. Immerhin blieb ihm der zweite Platz. Ein dritter Platz in San Remo und der Sieg an der Elfenbeinküste reichten, um ihn zum zweiten Mal zum Weltmeister zu machen!
Trotz allem gab es am Ende einen Skandal, da Toni Fall (der Opel-Team-Chef) ihm teamschädigende Äußerungen und fehlende Motivation vorwarf. Röhrl hatte ein Super-Verhältnis zum Opel-Team gehabt (zu Jochen Berger, Karl-Heinz Goldstein und den Mechanikern), aber Tony Fall und Erich Koch (der offizielle Technik-Chef) führten - neben der haushohen Überlegenheit der Audi quattros - zum Ende der Zusammenarbeit mit Opel...